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It’s a long way from Aspen to (a Motel in) Denver

Schneegestöber, das schlechteste Wetter für die Fahrt, das man sich vorstellen kann. Ich befreite das Auto mittels Besen und Lappen, den ich darunter legte (wegen des Lacks) vom Schnee.

Inge hatte noch in der Wohnung saugen wollen, aber als der Staubsauger zu stinken und zu qualmen begann, beschlossen wir, stattdessen nur durchzulüften. Und dann folgte ein schneller Abschied. Die Zeitungen haben wir bei der Aspen Times noch bekommen und nun los.


Die Route des Highways Interstate 70 ist landschaftlich sehr schön, aber darauf konnte ich mich bei den heutigen Wetterverhältnissen nicht einlassen. Die Sicht war sehr schlecht. Ich musste mich voll auf den Verkehr konzentrieren. Die Fahrt war sehr anstrengend. Kurz nacheinander sahen wir zwei verunfallte Wagen. Im Stau vor uns war ein PKW auf der rechten Seite in den Graben gefahren. Gleich darauf sahen wir auf der Gegenfahrbahn ein Auto auf der Seite liegen. Wir sahen den Unterboden. Wir mussten aufpassen, dass uns nicht noch zu guter Letzt heute noch einer ins Auto fährt. Abgesehen von dem Ärger an sich bekämen wir Zeitprobleme, auch wenn unser Flieger erst morgen Abend geht.

Etwas später klarte es jedoch auf und die Straßen waren trocken.

Wir aßen in einem kleinen, von außen unscheinbaren Restaurant direkt am Highway. Es war ein Mexikaner, Speisen frisch zubereitet, dauerte natürlich etwas länger.

Zum Kaffeetrinken machten wir, ohne es geplant zu haben, einen Abstecher nach Georgetown, unsere geliebte kleine Westernstadt aus „A Christmas Gift“. Wir waren natürlich nicht abgeneigt, wenn es schon mal so passt. In der Post

waren wir diesmal nicht, aber den Kaffee tranken wir im „Red Ram“. Es gab Kaffee aus Henkelgläsern, was Inge dazu veranlasste, Gabi eine SMS zu schicken. Erst nach dem Absenden registrierte sie, was sie geschrieben hatte: „Hier serviert man den Kaffee in Tassen.“ Was sollte Gabi daraus schließen? Also folgte noch eine klärende SMS.

Der Barmann, der etwas Ähnlichkeit mit Robin Gibb hatte, fotografierte uns zusammen, allerdings mit Blitz im Spiegel.

Ich fotografierte noch draußen ein wenig, besonders den Christmas Store, der das ganze Jahr geöffnet hat. Im Moment war er jedoch geschlossen.

Dann fuhren wir weiter. Wir hatten beschlossen, am westlichen Stadtrand von Denver ein Motel zu suchen, um morgen früh noch zum „Red Rocks Theatre“ zu fahren. Ursprünglich hatten wir ein Motel in Airportnähe vorbuchen wollen. Gut, dass wir es nicht getan hatten. Der Flughafen liegt am östlichen Rand der Stadt. Wir suchten schon mal die Zufahrt zum Theater, damit wir morgen wissen, wo es ist. Dann sahen wir uns nach einer Bleibe in der Nähe um. In einem niedlichen Westernstädtchen meinten wir sicher fündig zu werden. Man empfahl uns ein B&B in einer Seitenstraße. Wir fanden es, ein quietschrosa Zuckerhäuschen, aber wir trafen niemanden an. Wir warteten kurz, dann fand Inge in einem Briefkasten einen Prospekt zum Mitnehmen. 120 Dollar wollten die für ein Zimmer. Nicht mit uns! Also weiter.

In Lakewood, einem Vorort von Denver fuhren wir vom Highway ab. Das war keine gute Idee, aber wer kann das ahnen? Es handelt sich hier um einen reine Wohngegend. An etlichen Straßen stand ein Schild: No Exit. Das war wie ein Ghetto. Wir hatten das Gefühl, ständig im Kreis zu fahren. An einer Tankstelle und einem Imbiss hielten wir an. Wir bekamen Hinweise, wo Hotels und Motels zu finden sind, aber das waren nur recht vage Richtungsbeschreibungen. Wir waren ohne Karte losgefahren. Wie wir von Aspen nach Denver kommen, wussten wir ja, aber nun hätten wir einen Stadtplan gebraucht. Eine große Übersicht ist auf der Rückseite einer Colorado-Karte drauf, das wusste ich, aber die war hinten im Handgepäck, wenn nicht gar im Koffer. Wir hielten auf einem Parkplatz vor einem großen Möbelhaus. Ich brauchte eine Toilette und ein Bett. Es war längst dunkel(wieder mal, wir wollen doch zum Schluss nichts an unseren Gewohnheiten ändern) Mir war zum Heulen. Hier waren wir vorhin schon vorbeigekommen. Inge versuchte, mich zu beruhigen und zu erreichen, dass ich „meine Mitte wiederfinde“, indem ich mich neben die Situation stelle. Sicher richtig, aber wenn man ständig im Kreis um seine Mitte fährt … Ich hätte inzwischen eigentlich erholt sein müssen, aber hier schnappte die Falle der Hilflosigkeit zu. Nach einer Weile ging es wieder, bis auf den Druck auf der Blase. Den Plan hatte ich nicht gefunden. Den Koffer wollten wir dann doch nicht auspacken. Wir orientierten uns an einer kleinen Skizze im Motel 6-Katalog. Ein Problem war es, die 5th Street zu finden. Was macht man, wenn nach der 4. die 6. kommt? Wir fuhren wieder auf den Highway und hinter einer der nächsten Ausfahrten gab es dann auch die 5th Street. Nach welcher Logik die Straßen angeordnet werden, entzog sich unserem Verständnis. Zwischenzeitlich hatten wir ein Sheraton-Hotel gesehen. Wir glaubten nicht daran, dass sie dort auch Zimmer in relativ normaler Preislage haben, hielten aber trotzdem, um zu fragen. Wir wollten uns hinterher nicht ärgern, es nicht wenigstens versucht zu haben. Mehr war es dann auch nicht, 200 Dollar. Dann hätten wir auch das Knusperhäuschen nehmen können. Also weiter.

Endlich hatten wir unser Motel 6 gefunden. Übrigens, die schönen Tagesdecken haben sie anscheinend nur in Kalifornien.

Es war schon spät, wir mussten uns am Nachtschalter melden. Die Angestellte hinter der Glasscheibe verlangte von Inge den Pass und ließ sich außerdem ihre Adresse auf einen Zettel schreiben. Dann verschwand sie aus unserem Blickwinkel. Es dauerte – und ich musste immer noch dringend zur Toilette.

Dann bekamen wir unseren Schlüssel und ich suchte als erste Amtshandlung die zum Zimmer gehörenden Örtlichkeiten auf. Plötzlich hörte ich Inge lauthals lachen. Als ich wieder rauskam, streckte sie mir die Hand entgegen und sagte:

„Darf ich mich vorstellen: Stabt Dussel.“


So hatte die Frau nach all dem Procedere Inges Namen eingetragen. Wenn man bedenkt, dass „Name“ in beiden Sprachen gleich geschrieben wird, war das eine äußerst schwache Leistung.

Ein Restaurant gibt es hier im näheren Umkreis anscheinend nicht. Das nebenan gelegene „Café Einstein“ war geschlossen. Auf der anderen Straßenseite hatte eine Tankstelle geöffnet. Wir brauchten eine Weile, um nach drüben zu gelangen. Die Fußgängerampel schien nur Rot zu kennen. Als wir es dann geschafft hatten, holten wir uns Kekse und zwei kalte Mokkagetränke, eine Lage von Inge, die auf ihren unvergleichlichen und unverwechselbaren neuen Namen anstoßen wollten. Bedient hatte uns ein netter lustiger Mann. Das war, so viel uns später auf, der erste schwarze Angestellte, den wir gesehen hatten. Einschlafprobleme hatten wir nicht.

Nachträglicher Eintag für den 17.10.2008

Gaby

17.10.07 23:28
 


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